Historische Persönlichkeiten die im Historischen Teil dargestellt werden Historische Persönlichkeiten

Mit diesem Artikel wollen wir die Serie – Historische Persönlichkeiten – die bei der Narrenzunft Rottenburg im Historischen Teil dargestellt werden, vorstellen.

Barbara Gonzaga Von Mantua (1455 bis 1503)

BARBARA GONZAGA VON MANTUA
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BARBARA GONZAGA VON MANTUA

Barbara Gonzaga von Mantua wird vom Historischen Teil der Narrenzunft Rottenburg als „Gräfin Barbara“ dargestellt. Gräfin Barbara wurde als achtes Kind am 11. Dezember 1455 in Mantua/ Ober-Italien geboren. Sie war die Tochter des Markgrafen Luigi dem III. Gonzaga von Mantua und dessen Ehefrau Barbara von Brandenburg. Sie wuchs wohlbehütet am Hof ihrer Eltern in Mantua im Palazzo di San Georgo auf. Sie genoss eine gute Schulbildung, und sprach fließend mehrere Sprachen. Damals war es üblich durch kluges Heiraten, Politik zu gestalten. Gefühle der Brautleute hatten sich den Heiratsplänen der Eltern unterzuordnen. Italienische Adelsfamilien versuchten sich in den Europäischen Hochadel einzuheiraten, um ihren Einfluss geltend zu machen. Da Barbara bereits eine deutsche Mutter, und ihr Bruder Frederico eine deutsche Ehefrau hatte, lag nichts näher als ihr einen deutschen Ehepartner zu suchen. Graf Eberhard von Württemberg, der in Urach residierte, unternahm von Mai bis Nov. 1468 eine Pilgereise ins Heilige Land nach Jerusalem. Nach dieser Reise beschloss er zu heiraten. So traf es sich gut, das der Grafenhof in Mantua ebenfalls auf Bräutigamschau war. Die Eheverhandlungen übernahm ein Freund des Grafen Eberhard, der Markgraf Albrecht von Brandenburg. Nach langjährigen Verhandlungen war man sich schließlich schnell einig, insbesondere über die Höhe der Mitgift die auf einen Betrag von 20,000 Gulden (= ca. 500000 Euro) festgelegt wurden. Nichtsdestotrotz wurde am 12.April 1474 in Dom von Mantua geheiratet. Damit die deutsche Seite nicht leer ausging, wurde am 04.Juli 1474 in Urach noch eine gewaltige Hochzeit gefeiert. Nach den Überlieferungen waren mehr als 4.000 Gäste geladen die tausende Leibe Brot und tausende Liter Wein verzehrten. Da die Gäste alle mit Pferden anreisten, mussten noch mehreren tausend Tiere versorgt werden. Die Hochzeitsfeier dauerte eine Woche und muss grandios gewesen sein, eine logistische Meisterleistung. Man kann es auch so beschreiben: Eine Grafen Hochzeit mit fürstlichem Rahmen. Allerdings war Barbara in Urach anfangs nicht glücklich. Sie tauschte das weltoffene Mantua mit dem eher tristen und bescheidenen Hof im Schloss Urach. Erschwerend kam hinzu, dass sie der deutschen Sprache nicht mächtig war und beide Eheleute einen Dolmetscher zur Verständigung brauchten. Zum Glück durfte sie ihr italienisches Hauspersonal auch in Urach beschäftigen. Unmittelbar nach der Hochzeit, wurde sie schwanger und gebar eine Tochter, die aber wenige Monate nach der Geburt verstarb. Dies ist nicht verwunderlich, da zur damaligen Zeit nur die Hälfte der Kinder das 10. Lebensjahr erreichten. Wenig später verstarben auch zwei ihrer Brüder so wie ihre Eltern. Diese Schicksalsschläge trafen Barbara hart und stürzten sie in eine tiefe Depression. In zahlreichen Briefen, die heute noch in den Archiven in Mantua und Stuttgart erhalten sind, bringt sie zum Ausdruck wie sehr sie um ihre Eltern trauert und wie sie von Heimweh geplagt wird. 1482 wurde der sog. Münsiger Vertrag geschlossen, in dem die bisher getrennten Teile Württembergs, Urach und Stuttgart sich wieder vereinten. Graf Eberhart verlegte seinen Regierungssitz nach Stuttgart und regierte das gesamte Württemberg von dort aus. Der Umzug nach Stuttgart verschaffte Gräfin Barbara eine gewisse Ablenkung. 1495 wurde ihr Ehemann Graf Eberhard auf dem Reichstag zu Worms von Kaiser Maximillian zum Herzog ernannt und Württemberg zum Herzogtum erhoben. Die Gräfen Barbara war nunmehr die Herzogin Barbara von Württemberg. Am 25.Feb.1496 verstarb Graf Eberhard auf dem Schloss in Tübingen. Er wurde später in der Stiftskirche Tübingen beigesetzt. Herzogin Barbara zog sich auf ihren Witwensitz im Schloss Böblingen zurück, wo auch bereits ihre Schwiegermutter Gräfin Mechthild gewohnt hatte. Zu ihr hatte sie ein gutes Verhältnis und wurde auch in ihrem Testament bedacht. Am 31.Mai 1503 verstarb Herzogin Barbara in Böblingen. Über die Todesursache ist nichts überliefert. Wahrscheinlich hat ihre zunehmende Dickleibigkeit eine Rolle gespielt. Es ist überliefert, dass elf kräftige Männer ihren Sarg tragen mussten. Sie fand ihre letzte Ruhe,im Dominikaner - Frauenkloster in Kirchheim unter Teck . Bei Abrissarbeiten im Kloster im Jahr 1537 gingen ihre sterblichen Überreste verloren. Nach ihrem Tod entbrannte noch ein unschöner Streit um das Erbe der Herzogin zwischen dem Markgrafenhof in Mantua und dem Herzogtum Württemberg. Da sie keine direkten Nachkommen hatte und ihr Ehemann schon verstorben war, erhob ihr Bruder Frederico Erbansprüche. Herzog Ulrich einigte sich dann nach Jahre langem Streit mit dem Grafenhof in Mantua auf die Zahlung von 19.000 Gulden. Somit war der Erbstreit im Jahr 1505 erledigt. Herzogin Barbara von Württemberg gilt bis heute als Bindeglied zwischen der germanischen und lateinischen Welt. Auch ist sie bis heute in Bad Urach unvergessen, dort ist die Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftschule nach ihr benannt.

Graf/Herzog Eberhard V/I im Bart (1445 bis 1496)

Graf/Herzog Eberhard V/I im Bart
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Graf/Herzog Eberhard V/I im Bart
Graf Eberhard V. im Bart, wurde geboren am 11. Dezember 1445 im Stadtschloss in Urach als dritter Sohn von Graf Ludwig I. und seiner Gemahlin der Pfalzgräfin Mechthild bei Rhein.

Graf Eberhard V. im Bart, wurde geboren am 11. Dezember 1445 im Stadtschloss in Urach als dritter Sohn von Graf Ludwig I. und seiner Gemahlin der Pfalzgräfin Mechthild bei Rhein. Eberhard war 5 Jahre alt, als sein Vater Ludwig I. 1450 an der Pest verstarb. Dies war zu damaliger Zeit nicht ungewöhnlich. Raffte die Pest doch in Europa Millionen dahin. Der kleine Eberhard kam zunächst unter die Vormundschaft seines Onkels Ulrich V. Als dieser ebenfalls früh verstarb, übernahm er die Regierungsgewalt bereits im Alter von 14 Jahren für den westlichen Landesteil (Württemberg/Urach). Württemberg war damals geteilt (Heilbronner Vertrag) in eine Uracher Linie und eine Stuttgarter Linie. Auf Grund seines jugendlichen Alters wurde für ihn eine sogenannte Vormundschaftsregierung eingesetzt. Das Uracher Stadtschloss blieb bis 1482 für Eberhard V. der Mittelpunkt seines Lebens. Hier vermählte er sich 1474 mit der Markgrafentochter Barbara Graf/Herzog Eberhard V/I im Bart Gonzaga von Mantua. Dieses Ereignis ging als die sog. „Uracher-Hochzeit“ in die Geschichte ein. Die Gäste gingen in die Tausende und es wurde in prächtigem Rahmen gefeiert. Auf dem Marktplatz zu Urach wurde ein Marktbrunnen aufgestellt, an dem die Bevölkerung und alle Besucher so viel Wein trinken konnten, wie sie wollten. Die Ehe blieb bis auf eine in der Wiege verstorbenen Tochter, kinderlos. Eberhard hatte zahlreiche Kinder von ledigen Frauen (Mätressen) außerhalb der Ehe. Dies war in damaligen adeligen Kreisen durchaus üblich. Eberhards höchstes politisches Ziel war die Wiedervereinigung von Württemberg. Dieses Ziel verfolgte er mit Klugheit und Zielstrebigkeit. Zur Hilfe kam ihm die Unfähigkeit zum regieren seiner beiden Vettern. Die den anderen Teil Württemberg/Stuttgart regierten. 1482 war es soweit, er ergriff die Gelegenheit zur Wiedervereinigung. Im Münsinger Vertrag wurde ihm die Regierungsgewalt übertragen und er verlegte seinen Regierungssitz von dem engen und ländlichen Urach, nach Stuttgart. Dort war das Schloß viel größer und ermöglichte ihm ein standesgemäßes Leben und Regieren. Im Jahr 1477 gründete er die Tübinger Universität unter dem Wahlspruch „Attempto“ (ich wag`s). Maßgeblich beteiligt war auch seine Mutter Herzogin Mechthild, die sehr daran interessiert war Bildungseinrichtungen zu gründen. Diese Universität trägt bis heute seinen Namen. Zu seiner Mutter hatte er immer ein gutes und inniges Verhältnis. In wichtigen Angelegenheiten schätzte er ihren Rat sehr. Graf Eberhard war auch ein frommer Mann. Von Mai bis November 1468 unternahm er mit 24 adligen eine Pilgerfahrt nach Jerusalem. Er wurde dort am 12. Juli 1468 in der Grabeskirche zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen. Seinen Beinamen „im Bart“ hat er einem auf dieser Pilgerreise geleisteten Gelübde zu verdanken, demzufolge er sich den Bart in Zukunft nicht mehr schneiden würde. Daraufhin wurde er am 25. Juli 1484 auf dem Reichstag Kaiser zum Herzog von ganz Württemberg belehnt. Am 21. Juli 1495 wurde er auf dem Reichstag zu Worms zum Herzog ernannt und die Grafschaft Württemberg zum Herzogtum erhoben. Er war auf dem Höhepunkt seiner Macht und erhielt den Titel Herzog Eberhard I. Er war ein volkstümlicher und realpolitischer Herrscher. Negativ ist zu vermerken, dass Eberhard die Vertreibung oder Gefangennahme der in Württemberg lebenden Juden veranlasste. Seine Ehe mit Barbara Gonzaga war anfangs glücklich, sie hatte aber zeitlebens Heimweh nach Italien, auch litt sie sehr unter der Kinderlosigkeit ihrer Ehe. Herzog Eberhard I. starb am 25. Februar 1496 im Schloss in Tübingen an Fieber und Blasengeschwüren. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal im Hof des alten Schlosses in Stuttgart errichtet. Beigesetzt ist er in der Stiftskirche in Tübingen neben seiner Mutter Erzherzogin Mecht